Modellbautechnik Kuhlmann

Perfektion ist unsere Leidenschaft
 

Schärenkreuzer

Schärenkreuzer sind lange, sehr ranke Yachten, die in Schweden konzipiert und erstmalig gebaut wurden. Unter Schären versteht man hier kleine Felsinseln, die an der Küste zu finden sind. „Schäre“ kann aber auch die liebevolle Bezeichnung für einen Schärenkreuzer sein. 

 

Die Schwedische Schärenkreuzerformel wurde 1908 durch die Königlich Schwedische Segelvereinigunggeschaffen. Vorbild hierfür war die deutsche Sonderklasse, deren Rumpfform den härteren Bedingungen in den Küstengewässern angepasst wurde. Da man eine brauchbare Yacht für die schwedischen Schären schaffen wollte, wurde großen Wert auf eine großzügig ausgelegte Kajüte gelegt. Im Jahre 1908 gab es die 30er, 45er, 55er, 75er, 95er, 120er und die 150er Klassen, zu denen in späteren Jahren noch weitere Größen hinzukamen.

 

Drachen

Die Königliche Segelgesellschaft zu Göteborg schrieb 1928 einen Konstruktionswettbewerb für "ein in Serie zu bauendes, kostengünstiges Einheitsboot für die Jugend" aus. Gefordert wurde "ein relativ schnelles, angemessen großes, seetüchtiges und elegantes Kielboot". Als Sieger ging daraus der Norweger Johan Anker hervor, da mit seinem Entwurf  ein elegantes, schnelles und sicheres, aber auch günstiges Boot gebaut werden konnte.

Der Name Drachen stammt angeblich von einer wörtlichen Übersetzung des norwegischen Namens "Anker" ins Schwedische ("Draggen"). Die Internationale Segelvereinigung korrigierte den vermeintlichen Schreibfehler und nannte die Bootsklasse fortan "Dragon" (Drachen).

Details im Überblick:

  • Länge: 8,95 m
  • Breite: 1,90 m
  • Tiefgang: 1,20 m
  • Gewicht: 1.700 kg

1946 erhält der Drachen den Status eines olympischen Klassenbootes. Bei den 1972 in Deutschland ausgetragenen Olympischen Spielen wurde die Drachenklasse letztmals gesegelt. Der Verlust des olympischen Status konnte die Popularität des Drachens aber nicht brechen. Bereits 1973 laufen beim dänischen Bootsbauer Børge Børresen die ersten GFK-Drachen vom Stapel. Anfang 2004 waren bei der Internationalen Dragon Association über 1.500 Drachen aus 26 Ländern registriert. Man geht jedoch davon aus, dass die tatsächliche Anzahl existierender Drachen rund das Doppelte beträgt. 

Folkeboot

Hier ist echter Bootsbau gefragt: Erfreuen Sie sich an den geschwungenen S-Spantformen des Rumpfes. Diese klassischen Linien und die flache Kajüte machen das Folke zu einem Erscheinungsbild, in das man sich wahrlich für immer verlieben kann. Sind die ersten Planken befestigt, wird es zur Sucht weiter zu machen. Der Geruch der Holzplanken -keine Hast und Eile- es ist empfehlenswert, einfach nur dieses schöne Hobby zu genießen. Jeder Bauabschnitt wird mit einer wunderschönen Optik belohnt.

Doch wie ist das Folkeboot entstanden? Da es bis Ende der 30er Jahre in den Skandinavischen Ländern immer noch keine einheitlichen Regattaklassen gab, suchte man nach einem geeigneten Bootstype, der in allen Gewässern der Skandinavischen Länder gesegelt werden konnte. So waren unter anderen an Schwedens Ostküste die Schärenkreuzer und die 5-m-R- Yachten vertreten.  An der Westküste tummelten sich Drachen und die 6 m Klasse sich. Das Haiboot war in Finnland zu Hause - Die Norweger segelten ihre Drachen und in Dänemark kam neben dem Drachen die W-Boote auf.

In Deutschland war zu dieser Zeit schon alles einheitlich in Klassen vereinigt. Man brachte deshalb eine Ausschreibung als Wettbewerb an die Bootskonstrukteure auf den Weg. Man suchte ein Boot, welches auf allen Gewässern der anliegenden Länder gesegelt werden konnte. Es sollte kostengünstig und mit den heimischen Materialien zu bauen sein. Zudem mehr Platz bieten als der Drache, eine Unterkunft für 2-3 Personen stellen, aber dabei noch sportlich zu segeln sein. Der Rumpf sollte verklinkert sein, da dies eine einfache und stabile Bauweise ist. Außerdem sollte die Konstruktion so ausgelegt sein, dass es in großen Stückzahlen hergestellt werden konnte. Zwischen zahlreichen guten Entwürfen entsprach keins genau den Vorstellungen der Juri, um in unveränderter Form als Folkeboot übernommen werden zu können. So wurde ein Konstrukteur beauftragt, aus den Besten Eigenschaften der ersten Plätze das ideale Folkeboot zu zeichnen.  

Als Vorlage für die Modellkonstruktion diente ein original Plan des Holzbootes. Der Spantenriss wurde von einem Bootsdesigner in einem professionellen Designprogramm übertragen und als 3D-Konstruktion fertig gestellt. Auf der Basis dieses sauber gestraktem Spantenrisses habe ich meine Konstruktion für das Folkebootmodell meines Shops aufgebaut. Für unser 1m Modell haben wir ein altes Baumuster als Plan genommen. Wir haben das Modell, wie es auch im Original zu finden ist, mit einer Mahagoni Beplankung aufgewertet. Ebenso die Aufbauten. Als bisher einmaliges Highligt auf dem Modellbausektor liefern wir auch ein in Segmenten fertig verlegtes Teakdeck. 

Auf vielfachen Wunsch von den Folkeboot Eignern haben wir unser Modell zu einem Standmodell verkleinert. Egon Schmidts vom Kieler Yacht Club in Strande war einer der ersten, die ein Modell in 50cm haben wollten. Es sollte ein besonderes Geschenk zur Hochzeit seiner Tochter werden. Somit wurde sein Boot als Vorbild benutzt. Das 1m Modell wurde im CAD auf die Hälfte verkleinert, die Kajüte und Plicht wurden dem neuen Vorbild angepasst - Meine Frau und ich möchten Ihm an dieser Stelle noch einmal für den wunderschönen Segeltörn in der Kieler Bucht mit seinem Folke danken und haben noch viel Wissenswertes mitnehmen können.